#1 RE: Geh deinen Weg von sternenfrau 16.03.2012 10:00

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Geh deinen Weg

Pastor Olivier wurde für den mitreißendsten Prediger ringsum gehalten. Wenn er sprach, schien er direkt mit Gott in Verbindung zu stehen. "Nichts ist schlimmer, als das Verhalten der Großen nachzuahmen, wenn man nicht zugleich bereit ist, wie sie zu handeln", sagte Olivier. Als er starb, übernahm sein Sohn Andrew sein Amt. Die Gemeindemitglieder trauten ihm nicht recht zu, seinen so eng mit Gott verbundenen Vater ersetzen zu können. Um dem jungen Mann etwas moralische Unerstützung zu geben, meinte eine Frau tröstend zu ihm: "Vergiss nicht, dass du deinen eigenen Weg gehen musst. Versuche niemals, zu sein sein wie dein Vater." "Ganz im Gegenteil, ich bin genau wie mein Vater", entgegnete Andrew. "Er hat nie versucht, mich nachzuahmen, deshalb werde ich auch nicht versuchen, ihn nachzuahmen." Und da wussten die Gemeindemitglieder, dass sie einen großen Prediger vor sich hatten.

Ich bin auch draußen

Im Gleichnis vom verlorenen Sohn ist der Sohn, der immer gehorsam gewesen war, empört, als er sieht, wie freudig die Rückkehr des rebellischen Sohnes gefeiert wird. Genauso wie viele gottesfürchtige Menschen am Ende diejenigen verdammen, die sich vom Glauben entfernt haben.

In einer kleinen Stadt im Landesinneren wurde einem bekannten Sünder der Zutritt zur Kirche verweigert. Empört begann er zu beten: "Jesus, höre mich an. Sie wollen mich nicht in dein Haus hineinlassen, weil sie mich für unwürdig halten." "Sorge dich nicht, mein Sohn", antwortete Jesus. "Ich bin auch draußen, bin bei denen, bei denen ich immer war - bei den Sündern, wie du einer bist."

Aus einem Impuls heraus handeln

Pater Zeco von der Auferstehungskirche in Copacabana erzält, dass er sich einmal gerade in einem Bus befand, als er unvermittelt eine Stimme hörte, die ihm sagte, er solle auf der Stelle aufstehen und die Worte Christi verkündigen. Zeca versuchte, sich geen die Stimme zu verwahren: "Die Leute werden mich albern finden, ein Bus ist kein Ort für eine Predigt", sagte er. Doch etwas in ihm bestand darauf, dass er reden nüsse. "Ich bin schüchtern, verlange das bitte nicht von mir", flehte er seine innere Stimme an. Doch diese ließ nicht locker. Da erinnerte er sich an sein Versprechen - aich in allem Christus hinzugeben. Halbtot vor Scham erhob er sich von seinem Sitz und begann, über das Evangelium zu sprechen. Die anderen Fahrgäste hörten schweigend zu. Zeca sah jeden einzeln an, und nur wenige wandten den Blick ab. Er sagte alles, was er fühlte, beendete seine Predigt und setzte sich. Bis heute weiß er nicht, welche Aufgabe er in diesem Augenblick erfüllt. Aber er ist davon überzeugt, dass er eine Aufgabe erfüllt hat.

Vom Apostolat

Der Trappisten-Mönch Thomas Merton schreibt in einem seiner Werke:
"Dem wahren Apostel geht es nicht darum, eine Doktrin zu predigen, eine Bewegung anzuführen, Menschen für eine Organisation zu rekrutieren. Er spricht nur von Gott, und der Rest ist Zugabe."
"Ein Apostel hat nicht den Ehrgeiz, jemanden zu bekehren, er will keine abgenutzten Formel gebrauchen, er versucht nicht, etwas zu verkaufen, das keinen Preis hat, er rühmt sich nicht und entschuldigt sich auch nicht".
"Er predigt nur aus Liebe. Das ist seine Art die Ekstase zu verbeiten, die er in Christi Gegenwart spürt."
"ein Apostel hat eienn so tiefen Glauben, dass er sogar weiter predigen würde, wenn niemand glaubt."

Quelle: Paolo Coelho Kolummne, TV Hören und Sehen, 04/12

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