#1 RE: Die Herrin der Insel von sternenfrau 04.09.2011 23:21

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Die Herrin der Insel

Wie eine junge Maremma-Hündin zur Lebensretterin der letzten Zwergpinguine wurde

Hier ist der Link zum Bild

Normalerweise finden Sie auf dieser Seite ein großes Foto. Und glauben Sie uns: Wir haben alles versucht, um Ihnen auch in diesem Fall ein einziges Bild präsentieren zu können. Letztlich aber mussten wir uns mit zwei Fotos behelfen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, denn von den Fotografen, die wir aussandten, scheiterten alles vor Ort. Wir wollten Ihnen diese Geschichte dennoch erzählen - ein Geschichte - die von Mut handelt und von Hingabe und die vor fünf Monaten begann...

"Jessie, komm!" Aufmunternd klatscht David Williams in die Hände - wohl wissend, dass seine Hündin alles tun wird, nur nicht seinem Kommando folgen. Sie ist ein Maremma - die Rasse wurde über Jahrhunderte dazu abgerichtet, selbsständig zu hüten. Gehorsam gegenüber dem Menschen? "Kommt bei ihnen erst an zehnter Stelle", sagt der Hundetrainer. Bis heute überlassen die Hirten Italiens ihre Herden diesen Hunden - auf sich allein gestellt, vereteidigen die Maremmas ihre Herde und halten die Tiere zusammen. Doch das hier ist nicht die toskana, und Jessie treibt keine dickfelligen Schafe vor sich her. Die Angelegenheit ist filigraner - deutlich filigraner. Denn Jessie ist auserwählt weorden, um die letzten Zwergpinguine auf dem australischen Middle Island zu retten. Mehr als 5000 Pinguine lebten einst auf der Insel - inzwischen ist der Bestand auf unter 100 gerutscht. Schuld sind die Füchse vom Festland, die sich jede Nacht schwimmend zur Insel aufmachen - und die ihren Jungen an den wehrlosen Pinguinen das Jagen beibringen. Nun also soll Jessie Bodyguard werden für einen Haufen Vögel, die kaum 35 Zentimeter groß werden und die so schmächtig sind, dass die Hündin sie schon aus Versehen unter ihren Pfoten zertreten könnte. "Jessie war drei Monate alt, als sie Pinguine das erste Mal traf", zertreut Williams alle Zweifel. "Sie ist auf die Vögel geprägt - diese Kolonie ist ihre Familie. Sie kennt die Gesichter, die Gerüche und die Rufe jedes Mitglieds. Von jetzt an wird Jessie für den Rest ihres Lebens alles tun, um diese Tiere zuschützen." Seitdem schaut Williams alle fünf tage auf Middle Island vorbei und füllt Jessies Futtervorräte auf. ansonsten arbeitet die Hündin alleine. Williams sagt, sie setze zeilsicher wie eine Gazelle über die Nester, kontrolliere vorsichtig die Kükenschar, horche auf, sobald fremde Rufe erklingen. Wir müssen ihm glauben: Jessie nimmt ihre Arbeit so ernst, dass sie keine Besucher auf der Insel duldet. Eine Erfahrung, die auch unsere Fotografen machen mussten. Der offizielle Bericht bestätigt Williams Aussage: Dank Jessie wurden zjm ersten Mal seit 20 Jahren wieder 26 Küken flügge.

Dorothee Teves

Quelle: Zwei Fotos und ihre Geschichte, TV Hören und Sehen, 36/09

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