#1 RE: Gottes Geschenk an Afrika von sternenfrau 22.08.2011 11:50

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Gottes Geschenk an Afrika

Wie die Elefanten einen ganzen Kontinent prägten

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Elefanten, so lehren es die Weisen der Turkana, sind Gottes Geschenk an Afrika. Es heißt, sie bringen diesem Kontinent die Ewigkeit und solange sie auf ihren Pfaden wandern, wird er niemals vergehen. Manche Stämme glauben gar, die Elefanten selbst haben Afrika erschoffen, lange, bevor der Mensch wurde, denn wahrlich ist es so, dass jede Handvoll Erde ihre Spur trägt. Es gibt keine Flüsse, keine Wüsten und keine Täler, die diese Tiere nicht durchwandert haben, und viele Landschafen entstanden erst unter dem stetigen Rhythmus ihrer Schritte. Durch die Elefanten wandelten sich Wälder in Halbwüsten, in Steppen und Baumsavannen, und unter ihrem Gewicht brannten sich jene Abertausend Pfade in die rote Erde, die bleich das Land durchziehen. So bereiteten die Elefanten einen Kontinent, der mehr Landschaften kennt als jeder andere, und sie brachten, Leben, wohin sie auch zogen.

Es ist bis heute so: Wer dem Pfad der Elefanten folgt, folgt dem rechten Pfad. Viele Völker wanderten einst mit den Herden, denn die Tiere führten sie stets zu verborgenen Quellen, und während die Frauen in ihrem Windschatten Dung und zerborstenes Astwerk als Brennmaterial sammelten, spielten ihre Kinder unbeschwert und sicher, denn vor den mächtigen Herden wichen selbst hungernde Löwen ehrfürchtig zurück. Und wahrlich zu Recht: Die Elefanten Afrikas sind wehrhaft; sie beugen sich keinem Feind, und niemals ist es einem Menschen gelungen, ein solches Tier vollkommen zu zähmen. Afrikanische Elefanten lassen sich weder dressieren noch zur Arbeit einsetzen oder in den Krieg führen. Sie sind dem Menschen nicht zu Diensten, ganz anderes als ihre indischen Brüder, und wer an ihrer Seite geht, geht dort, weil diese Tiere es wünschen. Nicht umgekehrt. So prägten die Elefanten das Land und die Menschen. An ihren Pfaden entstanden Dörfer und Siedlungen, und alljährlich markierte das Erscheinen der Tiere den Beginn der großen Feste. In ihrem Namen wurde Gebete zum Himmel gesandt, Ehen geschlossen, und selbst Krieger mussten s8ich an ihnen messen, denn nur jener, der den Mut, die Weitsicht und die Loyalität eines Elefanten besaß, vermochte als Kämpfer zu bestehen. Doch die Zeiten wandeln sich. Die Dörfer sind Städten gewichen; die alten Gebete spricht niemand mehr, und die Krieger von einst zerfallen zu Staub. Es heißt, die Elefangen seien Gottes Geschenk an Anfrika, doch es scheint, als haben die Menschen Afrikas keinen Bedarf mehr an diesem Geschenk. Sie vergessen die alten Weisen. Und mit ihnen die Ewigkeit der Elefanten.

Aus Kenia

Quelle: Ein Foto und seine Geschichte, TV Hören und Sehen, 17/09

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