#1 RE: Was macht der Bär im Pool? von sternenfrau 13.01.2009 16:01

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Was macht der Bär im Pool?

In Kalifornien erobern Schwarzbären die Städte – mit allem Luxus, der sich bietet....

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Sally ist zufrieden. Überaus zufrieden. Das Wasser hat genau die richtige Temperatur; die störenden Badegäste sind fort, und ihre allerliebste Quitschente schaukelt fröhlich in der hinteren Ecke des Pools. Alles ist so, wie Sally es gern hat. Zum Glück. Denn Sally ist ein ausgewachsenes Schwarzbärweibchen – und sie versteht überhaupt keinen Spaß, wenn ihre allmorgendliche Schwimmroutine gestört wird. „Letzte Woche habe ich vergessen, den Pool zu reinigen“, sagt Claire Handler, Besitzerin des dazugehörigen Anwesens in Monrovia, einem kleinen Ort nordöstlich von Los Angeles. „Sally bekam einen Wutanfall, als sie bemerkte, dass noch immer Zweige und Blätter im Wasser treiben. Sie hat praktisch unser Poolhaus auseinandergenommen!“

Alles hat Claire Handler versucht, um die Besuche der Bärin zu unterbinden. Vergebens: Weder hohe Zäune noch Abschreckungssprays oder automatische Warnanlagen halten das Tier fern. Und Claire ist bei Weitem nicht die einzige Bewohnerin von Monrovia mit einem derartigen Problem. Immer öfter wandern die Tiere in die Städte ab – und Monrovia hält den absoluten Rekord: In dem kleinen Ort leben mittlerweile mehr Bären als in den umliegenden Wäldern. „Die Bären kommen, weil sie bei uns schneller und einfacher Nahrung finde“, erklärt Bürgermeister Rob Hammond. „Sie brechen in Garagen ein, leeren Mülltonnen, wandern durch offenen Küchentüren und räumen ganze Speisekammern aus.“ Auch ansonsten haben sich die Tiere gut eingerichtet in dem Vorort: Mit Vorliebe frequentieren sie die Sandkisten auf öffentlichen Spielplätzen, vergnügen sich mit Bällen auf dem örtlichen Tennisplatz – und nun ja, inzwischen haben sie auch ihre Vorliebe für gepflegte Schwimmausflüge entdeckt. „Wüsste ich es nicht besser“, sagt Hammond, „ich wäre überzeugt, die Bären sprechen sich ab.“ Fakt ist: Seit Sally den Pool von Claire Handler für sich entdeckte, werden in der Nachbarschaft immer öfter ungebetene haarige Badegäste gemeldet.

Eine Lösung des Problems? Ist nicht in Sicht. „Es ist so“, sagt Rob Hammond, „die Bären waren zuerst da – wir haben ihnen ihren Lebensraum genommen. Wir, mit unseren Straßen und Häusern und Pools. Jetzt kommen sie zurück – und es ist unsere Aufgabe, mit ihnen zu leben. Und zwar so, dass niemand zu Schaden kommt, denn den hat der Mensch bereits zu Genüge angerichtet.“ Er hält inne. „Außerdem“, sagt er dann, „ist es viel schöner, einen Bären ausgelassen im Pool toben zu sehen als selbst zu schwimmen.....“

Quelle: Dorothee Teves, TV Hören und Sehen, 52/08

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