#1 RE: Der König der Tiere von sternenfrau 04.12.2008 15:22

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Der König der Tiere

Warum der Löwe seinen Titel zu Recht trägt

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Die alten Völker nannten ihn Ser, Artan, Aryo. Ein Wesen, das allein in seinen Pranken die zehnfache Kraft eines Mannes besitzt - genug, um mit einem Hieb einem ausgewachsenen Zebra das Genick zu brechen. Der Legende nach fürchteten selbst die Götter die Wildheit des Löwen derart, dass sie am Firmament ein Sternbild schufen, um ihm Respekt zu zollen: einen ruhenden Löwen, dessen Konturen nachgezeichnet sind von einigen der hellsten Sterne. In jedem Frühjahr wird der Löwe am Nachthimmel schtbar - im Alten Ägypten trat mit seinem Erscheinen die Nilschwemme ein; in Griechenland und im alten Rom fielen die bedeutendsten Feste in diese Zeit. So wurden antike Quellen und Brunnen stets mit Löwenköpfen verziert - Symbolen des Überflusses, den der König der Tiere den Menschen brachte.

In der Tat hatte der Löwe einst das größte Verbreitungsgebiet aller Landsäugetiere: Es reichte von Peru über Alaska, von Sibirien und Mitteleuropa bis nach Indien. Bereits vor 2000 Jahren wurde der Löwe weitgehend ins südliche Afrika zurückgedrängt - seine Spuren aber prägen die Welt bis heute: Dutzende Länder tragen sein Abbild im Wappen, und noch immer bezeichnet sich das Volk der Singhalesen als Simha - Löwenmenschen. "Kein anderes Tier fasziniert mehr", bestätigt der US-Forscher Navid Jagan. "Und keines hat die Kulturen so nachhaltig geprägt." In jahrzehntelanger Arbeit untersuchte er Mythen aus aller Welt - und er fand heraus: Wahr sind sie alle, irgendwie. Die Sage vom Nemeischen Löwen etwa, einem Fabelwesen, mit einer Mähne, undurchdringlich wie Stahl, und Klauen, hart wie Diamant, ist nur wenig überzeichnet. "Es dauert fünf Jahre, bis die Mähne eines Löwen gewachsen ist", sagt Jagan. "Je dichter, desto höher ist der Testosteronspiegel und damit die Kraft des Tieres. In voller Pracht bildet die Mähne in der Tat einen undurchdringlichen Schutz gegen Prankenhiebe und Bisse." Selbst die diamantharten Klauen entsprechen der Wahrheit: In Botswana reißen Rudel bevorzugt Elefanten und Nilpferde - Giganten, die normalerweise unangreifbar sind für Raubtiere. "Ein Löwe in vollem Lauf überwindet mit jedem Satz sechs Meter", so Jagan. "Er erreicht Geschwindigkeiten von 60 Kilometern pro Stunde und entwickelt eine Beißkraft von 560 Kilogramm - der höchsten aller Landraubtiere." Der Mann hält inne. "Es gab Zeiten", sagt er, "da haben gezähmte Löwen Throne und Tempel bewacht und für den Menschen gejagt. Wir schufen Götter mit ihrem Antlitz und erhoben sie zu den Königen der Tiere. Es ist an der Zeit, dass wir uns erinnern, warum wir das taten."

Quelle: Dorothee Teves, TV Hören und Sehen 47/08

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