#1 RE: Allgemeiner Teil von sternenfrau 07.11.2007 10:22

avatar

ALLGEMEINER TEIL

Vom richtigen Sammeln, Aufbewahren und Zubereiten der Heilkräuter:

SAMMELN

Für das Sammeln ist die Kenntnis der Heilkräuter Voraussetzung. Besitzen wir diese, kommt es darauf an, dass wir die Heilkräuter zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und in der richtigen Art und Weise
sammeln. Die besten Heilerfolge bringen erfahrungsgemäß die frisch gepflückten Kräuter, die bei schweren Erkrankungen für einen Erfolg auch unbedingt erforderlich sind. Frische Kräuter kann man im zeitigen Frühjahr, manchmal schon von Ende Februar an bis in den November hinein, selbst pflücken. Einige findet man sogar während des Winters unter der Schneedecke, sofern man sich ihren Standort gemerkt hat (z. B. Schöllkraut). Für den Winter legt man sich einen nicht zu großen Vorrat an getrockneten Kräutern an. Dafür holen wir sie uns zum Zeitpunkt ihres größten Wirkstoffgehaltes.

Bei den BLÜTEN ist dies zu` Beginn der Blütezeit -
bei den B LÄTTE R N vor und während der Blütezeit.
Die W U RZ E L N werden im zeitigen Frühjahr oder im Herbst ausgegraben.
Die F R Ü C H T E werden zur Zeit der Reife gesammelt.

Dabei beachte man folgende Hinweise:

Nur gesunde, saubere Pflanzen, die frei von Ungeziefer sind, pflücken! Die Kräuter an sonnigen Tagen in trockenem Zustand, wenn der Tau vergangen ist, sammeln.

Kein Ort zum Sammeln sind chemisch gedüngte Felder, Wiesen, Ufer von schmutzigen, verseuchten Gewässern, Bahndämme und die Nähe von verkehrsreichen Straßen, Autobahnen und Industrieanlagen. Schone die Natur! (Reiße die Pflanzen nicht mit den Wurzeln aus, richte keinen Schaden an!) Manche Pflanzen stehen unter Naturschutz. Es gibt genügend Heilpflanzen mit derselben Wirkkraft, die nicht unter Naturschutz stehen (z. B. Aurikel - Schlüsselblume). Blüten und Blätter beim Sammeln nicht drücken und keine Plastiktüten und -taschen zum Sammeln verwenden! Die Kräuter beginnen zu schwitzen und werden später beim Trocknen schwarz.

TROCKNEN

Die Kräuter werden vor dem Trocknen nicht gewaschen, jedoch kleingeschnitten. Das Sammelgut legt man locker auf Tücher oder unbedrucktes Papier und trocknet es im Schatten oder in luftigen, warmen Räumen (Dachboden) möglichst rasch. Bei Wurzeln, Rinden oder sehr saftigen Pflanzenteilen ist oft eine Trocknung mit künstlicher Wärme angezeigt. Dabei darf jedoch die Temperatur 35 Grad nicht
übersteigen. Wurzeln, die man gründlich wäscht, Misteln und Weidenröschen soll man am besten vor dem Trocknen schneiden.

Nur krachtrockene Kräuter können für den Winter aufbewahrt werden. Dafür eignen sich am besten Gläser oder verschließbare Kartons. Man vermeidet Plastikbehälter und Blechdosen! Die Kräuter sollten vor Licht geschützt werden (färbige Gläser verwenden, grüne sind am geeignetsten). Versorgen Sie sich nur für einen Winter! Die Kräuter verlieren mit der Zeit ihre Heilkraft. Jedes Jahr schenkt uns neuen Kräutersegen.

#2 RE: Allgemeiner Teil von sternenfrau 07.11.2007 10:23

avatar

Zubereitungsarten

TEEBEREITUNG

Abbrühen oder Aufguß: Die frischen Kräuter wenden zerschnitten und in der vorgeschriebenen Menge in einen Glaskrug oder anderen nicht metallischen Behälter gegeben. Wasser wind zum Kochen gebracht, weggezogen und üben die vorbereiteten Kräuter gegossen. Die frischen Kräuter nun sehn kurz ziehen lassen (eine halbe Minute genügt)! Den Tee muß ganz hell sein: hellgelb oder hellgrün.

Getrocknete Kräuter läßt man etwas längen ziehen (ein bis zwei Minuten). Ein so zubereiteter Tee ist wesentlich bekömmlichen und auch für das Auge schönen anzusehen. Wurzeln stellt man mit den angegebenen Menge Wasser kalt zu, läßt kurz aufkochen und drei Minuten, ziehen.

Die Tagesmenge Tee in eine Thermosflasche füllen und nach Angabe tagsüber schluckweise trinken. Im Allgemeinen nimmt man 1 gehäuften Teelöffel Kräuter auf 1/4 Liter Wasser (= 1 Tasse), sonst laut Angabe bei den einzelnen Pflanzen.

Kaltauszug:

Manche Kräuter (z. B. Käsepappel, Mistel oder Kalmus) dürfen nicht überbrüht wenden, da sie ihre Heilkraft durch die Einwirkung den Hitze verlieren würden. Ein Tee von diesen Kräutern wird durch Kaltauszug gewonnen. Man lässt die bei den einzelnen Pflanzen angegebene Menge in kaltem Wasser 8 bis 12 Stunden (meist üben Nacht) auslaugen, wärmt dann nun kurz an (Trinktemperatur!) und bewahrt die Tagesmenge in einen Thermosflasche, die man vorher mit heißem Wasser ausgespült hat, auf. Kaltauszug gemischt mit Aufguß gilt jedoch als die beste Nutzungsform von Heilpflanzen: Die Kräuter mit den Hälfte den angegebenen Menge Wasser üben Nacht kalt ansetzen, am Morgen abseihen. Den Kräuterrückstand nun mit der anderen Hälfte der Wassermenge heiß überbrühen und wieder abseihen. Kaltauszug und Absud wenden jetzt gemischt. Durch diese Teebereitung erhält man die Wirkstoffe, die entweder nun im kalten oder nun im heißen Wasser löslich sind.

TINKTUR (ESSENZ)

Tinkturen sind ebenfalls Auszüge, die mit 38 bis 40%igem Korn- oder Obstbranntwein gewonnen wenden. Eine Flasche oder ein anderes verschließbares Gefäß wird bis zum Hals locker mit den jeweiligen Kräutern gefüllt und mit Obst- oder Kornbranntwein übergossen. Gut verschlossen an einem warmen Platz (ca. 20 Grad) 14 Tage oder auch länger stehen lassen, öfters schütteln, dann abseihen und den Rückstand auspressen. Tinkturen wenden innerlich tropfenweise, verdünnt mit Tee, genommen, äußerlich zu Umschlägen oder Einreibungen verwendet.


FRISCHSAFT

Frischsäfte von Kräutern eignen sich zum tropfenweisen Einnehmen oder zum Betupfen von kranken Körperstellen. Sie wenden mit den Haushaltszentrifuge gewonnen, die die Pflanzen zerkleinert und
zugleich auspresst. Die Säfte sollten täglich frisch gemacht wenden. In kleine Flaschen gefüllt und gut verschlossen halten sie sich einige Monate, wenn man sie im Kühlschrank aufbewahrt.

PFLANZENBREI

Stengel und Blätter wenden auf einem Holzbrett mit dem Nudelwalker (Nudelholz) zu einem Blätterbrei zerrieben. Auf ein Leinentuch streichen, auf die kranke Körperstelle legen, mit einem Tuch verbinden und warm halten. Diesen Breiumschlag kann üben die Nacht bleiben.

KRÄUTER-DUNSTUMSCHLÄGE

In einem Topf bringt man Wasser zum Kochen, hängt darüber ein Sieb, in das man frische oder getrocknete Kräuter legt und deckt ab. Nach einiger Zeit nimmt man die aufgeweichten, warmen Kräuter, gibt
sie in ein leicht gewebtes Tuch und legt es auf die erkrankte Stelle. Alles wind mit einem Wolltuch überdeckt und mit weiteren Tüchern festgebunden. Es darf kein Kältegefühl entstehen. Sehn wirkungsvoll sind Zinnkraut-Dunstumschläge. Dunstumschläge läßt man zwei Stunden oder üben Nacht einwinken.

SALBEN- UND ÖLBEREITUNG

Zwei gehäufte Doppelhände Kräuter werden klein geschnitten. 500 g Schweineschmalz wird so erhitzt als ob man Schnitzel backen würde. Die Kräuter werden in dieses heiße Fett hineingerührt, man läßt es kurz überprasseln, rührt um, zieht die Pfanne von der Herdplatte, deckt zu und stellt sie über Nacht kalt. Den nächsten Tag erwärmt man das Ganze leicht, filtert durch ein Leinentuch und füllt die noch warme Salbe in vorbereitete Gläser oder Salbentiegeln.

Die Ölbereitung geht folgendermaßen vor sich: Man füllt die Blüten oder Kräuter locker in eine Flasche bis zum Hals, übergießt sie mit kalt gepreßtem Olivenöl, sodass das Öl zweifingerbreit über den Blüten oder den Kräutern steht. 14 Tage in der Sonne oder in Herdnähe stehen lassen.

KRÄUTERBÄDER

Vollbad:

Die entsprechenden Kräuter werden über Nacht kalt angesetzt. Man benötigt für ein Bad einen Eimer (6 bis 8 Liter) voll frische oder 200 g getrocknete Kräuter. Am nächsten Tag wird die Menge erwärmt und man gießt den Auszug zum Badewasser. 20 Minuten Badedauer. Das Herz muß außerhalb des Wassers sein. Nach dem Bad nicht abtrocknen, sondern mit Badetuch oder -mantel im Bett eine Stunde nachdunsten.

Sitzbad:

Für ein Sitzbad nimmt man nur einen halben Eimer frische oder etwa 100 g getrocknete Kräuter und verfährt wie beim Vollbad. Das Badewasser muß bis über die Nieren reichen. Die Angaben
bei den einzelnen Kräutern beachten! Wieder angewärmt, kann das Badewasser sowohl vom Vollbad als auch vom Sitzbad noch zweimal verwendet werden.

SCHWEDENKRÄUTER-UMSCHLAG (SCHWEDENBITTER UMSCHLAG)

Je nach Stelle nimmt man ein kleineres oder größeres Stück Watte oder Zellstoff, befeuchtet es mit Schwedenbitter und legt es auf die erkrankte Stelle, die man vorher unbedingt mit Schweinefett oder Ringelblumensalbe eingestrichen hat, damit der Alkohol der Haut das Fett nicht entzieht. Darüber kann man einen etwas größeren Plastikfleck legen, um die Wäsche zu schonen, dann erst bindet man ein warmes
Tuch, eventuell auch eine Binde, darüber. Den Umschlag läßt man je nach Erkrankung und Verträglichkeit zwei bis vier Stunden einwirken. Wenn es der Patient verträgt, kann der Umschlag die Nacht über bleiben. Nach den Umschlägen wird die Haut eingepudert. Sollten sich bei empfindlichen Personen trotzdem Hautreizungen einstellen, muß man die Umschläge kürzer anwenden oder eine Zeitlang aussetzen. Personen, die allergisch sind, sollen den Plastikfleck weglassen und nur Tücher darüberbinden. Auf keinen Fall darf man auf das Einfetten der Haut vor dem Auflegen des Umschlags vergessen! Sollte Juckreiz auftreten, mit Ringelblumensalbe bestreichen. Mit diesen Umschlägen muß man nicht unbedingt im Bett liegen, gut abgebunden kann man damit zuhause umhergehen oder sitzen.

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz