#1 RE: Labkraut von sternenfrau 06.11.2007 11:57

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LABKRAUT (Galium)

Es gibt mehrere Arten: Das sogenannte Kletten-Labkraut (Galium aparine), das sich auf Äckern, Wiesen und an Zäunen ausbreitet und daher von den Bauern mit Unkrautvertilgungsmitteln bekämpft wird. Es erreicht eine Höhe von 60 bis 160 cm, hat quirlartige Blattansätze und gestielte grün-weiße Blütendolden. Mit Hilfe des rauhbehaarten Stängels ist diese Pflanze ein »Klimmer« und wird daher auch klimmendes Labkraut genannt.

Das Wahre Labkraut (Galium verum), im Volksmund auch Bettstroh, Liebfrauenstroh, Milchgerinnkraut und Wundstillkraut genannt, kommt häufiger in höheren Lagen vor, steht aufrecht, wird 30 bis 60 cm hoch und trägt goldgelbe Blüten, die stark honigartig durften. Man sammelt das blühende Kraut im Juli.

Das Weiße Labkraut (Galium mollugo) hat gelblich-weiße, zarte Blüten, ähnlich dem Schleierkraut, einen leicht honigartigen, herben Duft und ist sehr häufig auf Böschungen und Wegrändern, in der Blütezeit mehr liegend als stehend, anzutreffen.

- Alle genannten Labkrautarten sind in ihrer Heilkraft annähernd, je nach Standort, gleich. Man verwendet sie auch in der gleichen Art und Weise.

Die in Mengen wachsende Heilpflanze ist leider immer mehr in Vergessenheit geraten. Aber gerade ihr sollte man in einer Zeit, in der Krebsleiden immer häufiger um sich greifen, erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Auch hier muß ich betonen, dass die Heilkraft frischer Pflanzen wesentlich höher ist und bei schweren Erkrankungen die Anwendung unbedingt im frischen Zustand erfolgen soll. Auch im Winter kann man frische Triebe des Weißen Labkrauts auf schneefreien Stellen unter trockenem Gras finden.

Der Labkrauttee reinigt Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse und Milz von Krankheitsstoffen. Wer an Störungen des Lymphdrüsensystems leidet, sollte diesen Tee täglich trinken. Er wirkt auch gegen Bleichsucht, Wassersucht und Seitenstechen. Dieser Tee, äußerlich angewendet, hilft sehr rasch bei allen Hautkrankheiten, Wunden, Furunkeln und Mitessern. Er strafft bei Anwendung warmer Waschungen außerdem welke Gesichtshaut. Erfolgreich wird auch der frisch ausgepreßte Saft angewendet, wenn man ihn täglich auf die erkrankten Hautstellen streicht und eintrocknen läßt.

Die Volksheilkunde empfiehlt das Labkraut auch bei Epilepsie, Hysterie, Veitstanz, Nervenleiden, Urinverhaltung, Grieß- und Steinbeschwerden. Gegen Kropfleiden hilft der Tee, wenn man tagsüber sehr nachdrücklich damit gurgelt. Eine Frau berichtete mir, sie hätte nicht nur ihren Kropf, sondern auch ihre
Schilddrüsenerkrankung verloren. Ein befreundetes Ehepaar aus Wien/Mödling treffe ich jedes Jahr in einem Kneippkurhaus. Als wir 1979 zusammenkamen, stellte ich fest, dass die Frau einen ziemlich sichtbaren Kropf bekommen hatte. Vor einer Operation hatte sie Angst. Ich riet zu Labkraut. Dieses wird gebrüht und im warmen Zustand täglich so oft wie möglich tief gegurgelt. Im Februar 1980 trafen wir uns wieder im Kneipphaus und siehe, es war kein Kropf mehr vorhanden. Sie erzählte mir überglücklich, ihr Mann hätte ihr öfters frisches Labkraut geholt; vom Anfang an spürte sie, dass der Kropf allmählich kleiner wurde, bis er völlig verschwand.

In letzter Zeit häufen sich Fälle von Stimmbänderlähmungen. Es scheint sich hier wahrscheinlich um eine Viruserkrankung zu handeln. Gurgeln und Spülen mit Labkrauttee schaffen rasch Abhilfe. Nach dem Schweizer Pfarrer Künzie ist er auch ein zuverlässiges Mittel bei schwersten Nierenleiden oder Nierenvereiterungen, selbst wenn alle anderen Mittel versagen. Ganz besonders wirksam, wenn Labkraut zu gleichen Teilen mit Waldgoldrute und Gelber Taubnessel gemischt wird. In diesem Fall zeigt sich die Wirkung sehr rasch. Er spricht von 14 Tagen. Der Tee wird nur gebrüht und vorerst eine halbe Tasse nüchtern 30 Minuten vor dem Frühstück, der Rest tagsüber schluckweise getrunken. Bei schwerer Erkrankung soll man vier Tassen am Tag nehmen.

In alten Zeiten wurde das Labkraut von Frauen mit Gebärmutterbeschwerden sehr geschätzt. Es wurde den Frauen vor ihrer schweren Stunde ins Bett gelegt, um die Geburt zu erleichtern. Dieser Glaube übertrug sich später auf die Jungfrau Maria. Als »Bettstroh unserer lieben Frau> nahm es die Gottesmutter für ihr heiliges Lager. Nach einer anderen Kunde legte sie es als weiches Polster dem Christkind in die Wiege. Eine schlesische Legende weiß zu berichten: Die heilige Jungfrau nahm darum das "Maria Bettstroh", weil nur dieses vom Esel nicht gefressen wird. Das stimmt auch. Obwohl Labkraut von Kühen gerne gefressen wird, verschmähen es Schweine und Esel.

Pfarrer Künzle erzählt in seinen Schriften von einem etwa 45-jährigen Mann, der ein schweres Nierenleiden hatte, das immer schlimmer wurde. Schließlich mußte eine Niere entfernt werden. Die andere Niere war ebenfalls vereitert und konnte nicht mehr richtig arbeiten. Da begann der Mann mit einer Labkrautkur. Er trank täglich 4 Tassen der oben angeführten Teemischung von Labkraut, Waldgoldrute und Gelber Taubnessel. Er trank öfters einen Schluck, worauf sich sein Leiden völlig verlor. Die gleiche Teemischung wendet man auch bei Nierenschrumpfung und sonstigen schweren Nierenleiden an.

Während der bekannte österreichische Pflanzenbiologe Richard Willfort in seinem Buch »Gesundheit durch Heilkräuter« darauf hinweist, dass Spülen und Trinken von Labkrauttee ein vortreffliches Mittel bei Zungenkrebs ist, ebenso der frische Preßsaft mit Butter vermengt, bei Krebsgeschwüren aller Art und krebsartigen Hautleiden hilft, schreibt Dr. Heinrich Neuthaler in "Das Kräuterbuch" folgendes über Labkraut: "Das weißblühende Labkraut wird in manchen Gegenden auch heute noch gegen Krebs empfohlen, ein Unfug, dem man nicht scharf genug entgegentreten kann."

Dazu möchte ich Ihnen, meine geschätzten Leser, eigene Erfahrungen mit dem Labkraut zur Beurteilung vorlegen. Vor etwa zehn Jahren erfuhr ich von der Erkrankung eines Linzer Zahnarztes an Zungenkrebs.

Nach der Operation magerte er stark ab und sollte zur Bestrahlung nach Wien. Ich riet zum Gurgeln mit Labkrauttee. Eine Woche später erfuhr ich bereits, dass die Bestrahlungen in Wien nicht mehr notwendig wären und dass sich der Kranke immer mehr und mehr erhole. In kurzer Zeit war er gesund. Etwas später erfuhr ich von einer 28-jährigen Frau, die ebenfalls an Zungenkrebs erkrankt war. Man riet ihr, einen Kärntner Arzt zu konsultieren. Dieser versprach ihr, sie innerhalb von fünf Jahren vollkommen auszuheilen und gab ihr einen Kräutertee, den sie mir gelegentlich einmal zeigte. Ich erkannte ihn als Labkrauttee. Um ihr die hohen Kosten für die Fahrt nach Kärnten und andere Spesen zu ersparen, zeigte ich ihr das Labkraut in der Natur, damit sie es nun selber sammeln konnte. Sie wurde von dieser bösen Krankheit geheilt.

ANWENDUNGSARTEN

Teebereitung:

1 gehäufter Teelöffel Labkraut auf 1/4 Liter Wasser, brühen, kurz ziehen lassen.

Frischsaft:

Frisches Labkraut wird gewaschen und noch in feuchtem Zustand mit der Saftzentrifuge entsaftet.

Salbenbereitung:

Der Frischsaft wird mit zimmerwarmer Butter zu einer Salbe verrührt und im Kühlschrank aufbewahrt.

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